Im Gegensatz zu den etwas südlcieren Gefilden Deutschlands, wo man hinter jeder zweiten Milchkanne eine Kartbahn findet sieht es hier oben im Norden doch schon recht dünn für uns Kurven-Hetzer aus.

Und durch die Auflagen zum Umweltschutz ist die Chance, das eine neue Bahn aufgemacht wird eher gering, da man heutzutage höchstens noch eine Bahn mit E-Karts genehmigt bekommt, und die sind für den Rennbetrieb nur eingeschränkt nutzbar.

Auf unserer alten Seite gab es mal eine recht umfangreiche Übersicht aller existieren Bahnen in Hamburg und der weiteren Umgebung. Da sich diese Daten dank einer hier nicht namentlich zu nennenden Person in Luft aufgelöst haben

  
Ampel, ggf. auch die Deutschlandfahne
Start des Rennens

  
Gelbe Flagge/Rundumlicht
Es herrscht absolutes Überholverbot. Je nach Veranstaltung ist entweder sofort anzuhalten oder deutlich langsamer weiterzufahren.
Wenn man unsicher ist, was gilt bitte vor Ort nachfragen

 
Blaue Flagge
Wird einem Teilnehmer gezeigt, dem ein erkennbar schnelleres Fahrzeug dicht auf folgt. Der Hinterherfahrende ist möglichst zügig vorbeizulassen.
Manchmal wird hierbei auch zwischen Schwenken (da ist ein schnelleres Kart direkt hinter dir, mach Platz) und halten (Ein schnelleres Kart nähert sich, such dir schon mal eine Stelle zum Ausweichen aus) unterschieden, dies wird dann aber vor dem Rennen bekannt gegeben. 

 
Rote Flagge
Rennabbruch - Beendet das Rennen für das gesamte Teilnehmerfeld vorzeitig.
Die Ursache hierfür kann sowohl im Rennverlauf selbst, als auch an äußeren Bedingungen liegen.
Ich habe eine rote Flagge schon wegen heftigem Platzregen (komplett Landunter), rüpelhaftem Fahren (in dem Fall gleich von gut der Hälfte der Anwesenden) und einem schweren Unfall auf der Strecke (Kart steckte unter der Bande) gesehen

 

 
Schwarze Flagge
Wird einem einzelnen Teilnehmer gezeigt und fordert diesen auf, in die Boxengasse einzufahren.
Hierbei kann es sich um ein vorübergehendes Herausnehmen z. B. wegen technischer Mängel am Kart, eine Stopp-&-Go-Strafe oder auch um das Rennende für den Teilnehmer handeln.

 
Schwarz-Weiß diagonal geteilte Flagge in Verbindung mit einer Kartnummer
Wird für Verwarnungen verwendet. Erst wenn sich ein Fahrer oder eine Fahrerin nach der Verwarnung weiterhin regelwidrig verhält, wird
eine Strafe verhängt. Das kann dann eine einfache Stopp-&-Go-Strafe, aber auch eine Disqualifikation sein.

 
Zielflagge
Das Rennen ist zu Ende

Trotz allem Kampf um die Plätze geht Fairplay immer vor. Daher bevor wir Losfahren hier einige Hinweise und auch zur Erinnerung ein paar Selbstverständlichkeiten. Zum Beispiel ein wenig Flaggenkunde

Hände hoch

Wenn ihr ein Problem habt (Dreher, Kart ist aus oder kaputt etc) oder auf Anweisung des Streckenpersonals handelt (langsam fahren, Fahrt in die Box etc) sollte man eine Hand vom Lenker nehmen und diese hoch halten, sich melden wie in der Schule.

Warum?
Ganz einfach:
Ein liegengebliebenes Kart steht gern mal in einer Kurve und ist durch die Reifenstapel für den nachfolgenden Verkehr nur schlecht sichtbar. Durch die gehobene Hand sieht man den Fahrer schon bevor man in die Kurve hineinfährt und nicht erst dann wenn es scheppert.

Durch das Heben der Hand macht man auch die anderen Fahrer darauf aufmerksam das da etwas nicht so ist wie gewohnt. Selbst wenn er den Unfall selbst noch nicht mitbekommen hat weiß er durch die gehobene Hand, dass da was nicht OK ist. Auch das Streckenpersonal bekommt so einen zusätzlichen Hinweis auf das Problem, selbst wenn sie den Unfall selbst nicht gesehen haben.

Und last but not least kann man mit nur einer Hand am Lenkrad nicht voll fahren, man signalisiert also den anderen Fahrern dass man das Problem erkannt hat, bzw. aus dem Rennen ist, also kein Vollgas mehr gibt. Daher sollten auch alle anderen Fahrer, die ein Problem feststellen, die Hand heben. Zum Einen nagelt man dann nicht mehr mit Vollgas an einer Gefahrenstelle vorbei, zum Anderen macht man auch Nachfolgende - vielleicht nicht ganz so aufmerksame - Fahrer auf die Gefahr aufmerksam.

Rücksicht ist besser als Nachsicht

Wie anderswo schon erwähnt nehmen die erfahreneren Fahrer in der Regel Rücksicht auf die Jungspunde. Sie fahren also nicht so mit dem Messer zwischen den Zähnen wie sie es sonst tun (Ausnahmen bestätigen wie gesagt die Regel). Im Eifer des Gefechts kann es schon mal dazu kommen das man aneinander rempelt und wenn man Pech hat zieht so was auch eine Berührung mit der Bande nach sich. Ein guter Fahrer versucht so etwas aber zu vermeiden, da solche Situationen unkontrollierbar sind, man sich also ohne weiteres auch selbst ins Abseits schießen kann.

Sollte man trotzdem jemanden abgeschossen haben gebietet es die Fairness sich bei ihm zu entschuldigen. Es wird keiner erwarten das du stehenbleibst oder gar aussteigst (das ist ja auch verboten), auch hier sollte man kurz die Hand heben um zu zeigen "Sorry, das war nicht so gedacht." Und wenn man dann (ggf. erst nach dem Rennen) noch einmal vorbeigeht und sich entschuldigt bzw. sich erkundigt ob noch alle Körperteile dran sind (je nachdem wie hart der Einschlag war) ist man schon mal auf dem richtigen Weg.

Nutze deine Erfahrung

Generell sollte man von einem erfahrenen Fahrer erwarten können das er das Rennen vor sich "liest". Sofern die anderen Fahrer auch schon Erfahrung haben ist das relativ einfach, man weiß ja wo die Ideallinie liegt und wo man selbst langfahren würde. Anhand dieser Informationen sollte es einem möglich sein abzuschätzen, wo die Karts vor einem langfahren und seine eigene Fahrt entsprechend koordinieren. Wenn es dabei mal nicht ohne Kontakt abgeht... OK. Man kann sich z.B. beim äußeren Kart in einer Kurve "anlehnen" und so innen vorbeirutschen. Wenn man allerdings mit zu viel Speed und auf der falschen Bahn (um so mehr Speed am Anfang der Kurve noch vorhanden ist um so mehr Platz benötigt man, kommt man also mit deutlichem Überschuss innen an hat man in der Regel irgendwas falsch gemacht) ankommt und die anderen Fahrer wie die Kegel in die Bande schießt macht man sich nur wenige Freunde.

Und wie schon gesagt: Da Neulinge oft eher "seltsame" Linien fahren sollte man hier davon absehen einfach "in die Lücke" zu stoßen da diese Lücke meist nicht lange existiert. Hier sollte man sich lieber einmal zurückziehen und sich eine bessere Gelegenheit suchen. Oft hilft es auch sich einmal kurz zu zeigen damit der weiß "Ups, ich bin hier nicht allein", meist fahren die dann zur Seite oder halten sogar an...

Das es allerdings auch bei geübten Fahrern nicht "immer" ohne Abflüge abgeht ist klar. Grade im Rennen möchte man seine Position natürlich verteidigen und fährt dann Kampflinie. Der folgende Fahrer ist mit dieser Situation natürlich meist nicht wirklich zufrieden und versucht doch noch vorbeizukommen. Wenn man dann nicht deutlich besser fahren kann oder ein wirklich sehr viel schnelleres Kart hat ist das in der Regel eine sehr enge Angelegenheit, meist so nach dem Motto: " Es könnte klappen, wenn..."

Fight, Fight, Fight...

Vorsichtig muss man sein wenn man auf zwei oder mehr Fahrer auffährt die sich im Zwei (oder Mehr-) kampf befinden. Hier kann man zwar gelegentlich den Zweikampf nutzen und dann nach dem Motto "Wenn zwei sich streiten..." mehrere Plätze gut machen. Man sollte sich aber immer vor Augen halten dass die Jungs vor einem mit anderen Dingen als dem Blick nach hinten beschäftigt sind. Beim Überrunden bekommen sie daher die blaue Flagge gezeigt, hängt man aber offiziell einen Platz dahinter bekommen die es oft erst mit wenn man zwischen ihnen steht. Hier sollte man zwar weiter mit Druck, aber auch bremsbereit fahren, denn wenn man sich die gleiche Kurve zum Überholen bereitgelegt hat wie der Vordermann... sagen wir mal: Eine Kurve bietet in der Regel nicht genug Platz für zwei Karts nebeneinander, geschweige den für drei. Ich kann aus eigener schmerzvoller Erfahrung sagen dass es da mit hoher Wahrscheinlichkeit knallt. Selbst wenn einer tatsächlich zurückzieht ist der Drops oft schon gelutscht weil man einfach falsch steht.

Alles verstanden? Dann hoffe ich dass du es auch beherzigst, ansonsten kann es schon mal ein paar Beulen und unfreundliche Worte geben.

Kommen wir damit zum nächsten Thema: Dem Fahren

Du sitzt im Kart, hast die ersten paar Runden hinter dir und möchtest jetzt wissen warum die anderen auf der Bahn dich schon zweimal überrundet haben?

OK, weiter im Text. Es wird zwar jeder nach Gewicht und Körpergröße, Fahrstil und technischen Fertigkeiten mehr oder weniger abweichende Linien fahren, generell versucht jeder immer so schnell wie möglich zu fahren und dabei die kürzeste Strecke zurückzulegen. Bremsen und Umwege kosten Zeit und sollten daher vermieden werden. Ich werde hier daher ein paar Allgemeinplätze verbreiten...

Figur hat man oder nicht...

Leichtere Fahrer können auf der Graden besser beschleunigen da sie nicht so viel Gewicht in Bewegung setzen müssen, schwerere Fahrer kommen zwar nicht so schnell in Wallung bringen aber naturgemäß mehr Gewicht auf die Reifen und haben daher besseren Grip. Das Kart wird also in der Kurve besser zu fahren sein. Beim Bremsen haben beide ihre Probleme: Der leichte Fahrer muss zwar weniger Gewicht abbremsen, da aber weniger Grip ist die Bremswirkung nicht ganz optimal. Die Bauchträger haben zwar eine bessere Bremswirkung müssen aber auch mehr Kilo negativ beschleunigen. In beiden Fällen kann dies bei zu heftigem Treten des Bremspedals zu einem Ausbrechen des Karts führen. Wie schon angeführt muss man sich an diesen Punkt bei jedem Kart neu herantasten. Generell geht hieraus hervor das die Federgewichte auf Bahnen mit vielen Graden und wenigen oder unkomplizierten Kurven im Vorteil sind, die etwas massigeren Fahrer auf kleinen engen Bahnen mit engen Kurven. Klingt seltsam, ist aber so.

Du fährst jetzt Kart

Schon mal Motorrad gefahren? Gut, vergiss alles was du da gelernt hast!
Beim Kartfahren hast du zwar auch 'nen Helm auf dem Kopf und der Motor klingt auch ähnlich, aber in die Kurve legen ist nicht. Wenn ich eh nur 50 Kilo auf die Waage bringe, und das auch nur mit dicken Socken, ist es eigentlich egal, wohin ich mich neige da der Effekt nur minimal ist und gegen Null tendiert, ist mehr Gewicht vorhanden (dann liegt der Schwerpunkt meist auch ein paar Zentimeter höher) macht es aber etwas aus. Indem ich aufrecht sitzen bleibe oder mich gar in der Kurve ein wenig nach außen lege bringe ich mehr Gewicht auf die äußeren Räder, hauptsächlich auf das äußere Hinterrad. Dieses hat dadurch mehr Grip und wird nicht so schnell durchdrehen oder gar wegrutschen. Die Betonung liegt hierbei auf "ein wenig", größere Turnübungen auf dem Kart bringen zwar im Einzelfall minimal mehr Grip, da man dabei aber in der Regel nicht mehr so sauber fährt verliert man dadurch nur.

Reifen quietschen nicht von allein

Und wo wir grad beim Verlieren sind: Driften macht zwar Spaß, kostet aber in den meisten Fällen unnötig Zeit. Es gibt Ausnahmen, Kurven die einfach so blöd geschnitten sind das man mit einem kurzen Drift Zeit sparen kann, In der Regel ist es aber besser immer Zug am Rad zu haben, also das Kart entsprechend abgebremst in die Kurve zu lenken und dann mit Vollgas aus der Kurve herauszubeschleunigen. Man kann so auf der folgenden Graden einfach eine höhere Endgeschwindigkeit erreichen.

Physik, oder Schule macht doch Sinn

Ein Kart hat kein Differential. Was sollen uns diese Worte sagen? Nun, ein Kart ist eigentlich zum Gradeausfahren gebaut da sich die (Hinter-)Räder immer mit der gleichen Geschwindigkeit drehen, im Gegensatz zum Auto wo dies durch das Differential ausgeglichen wird. Fahre ich mit meinem Kart um die Kurve müssen die äußeren Räder eine längere Strecke zurücklegen als die inneren, sie sollten sich also eigentlich minimal schneller drehen. Da sie dies bei einem Kart nicht können reißt ab einem bestimmten Punkt die Haftung ab und sie drehen durch. In der Regel betrifft dies das äußere Hinterrad, und wenn es passiert rutscht das Heck des Karts mehr oder weniger unkontrolliert nach außen. Man dreht sich.

Ideal wäre es also immer grade aus zu fahren. Da dies auf einer Kartbahn nicht geht - und auch langweilig ist - muss man den optimalen Mittelweg finden zwischen "soviel wie möglich grade aus fahren" und "ich möchte keine Umwege fahren".

Das Thema kürzeste Strecke und dabei höchste Geschwindigkeit ist da schon deutlich komplexer. Kürzeste Strecke würde bedeuten: Immer grade Linie fahren und "gaaanz" innen um die Kurven herum. Jeder der in Physik mal aufgepasst hat weiß das spätestens das ganz innen um die Kurve fahren nicht mit hoher Geschwindigkeit vereinbar ist, hierfür müsste man fast auf Null runterbremsen, wenn es den überhaupt geht. Man muss also auf jeder Bahn die berühmte "Ideallinie" finden. Der einfachste Weg dies zu tun ist: Abkucken und Fragen.

In den meisten Fällen sieht die dann so aus das Kurven recht weit außen angefahren werden, man im Kurvenscheitelpunkt (meist die Mitte der Kurve) ganz dicht an der Innenbande ist und dabei aber auch schon wieder herausbeschleunigt und am Ende der Durchfahrt wieder recht weit außen landet. Diese Linie mag von Fahrer zu Fahrer etwas abweichen (siehe oben) ist aber generell gültig. Ob man vor der Kurve abbremsen muss und wie stark, oder ob es langt nur kurz vom Gas zu gehen, oder ob man die Kurve möglicherweise sogar einfach mit Vollgas fahren kann hängt neben der Kurve und der körperlichen und technischen Ausstattung des Fahrers auch vom Kart ab. Hat man einen "Kurvenhasser" erwischt mag es auch bei einer sonst mit Vollgas fahrbaren Kurve nötig sein sich kurz mit dem Gedanken an die Bremse zu beschäftigen oder zumindest den Gasfuß kurz zu lüften.

Sobald du dich in dem Kart einigermaßen wohl fühlst such dir einen anderen Fahrer der schneller ist und versuche ihm hinterher zu fahren. Du wirst am Anfang den anderen möglicherweise nur für ein paar Runden, oft sogar nur für ein paar Kurven sehen, achte also darauf wo und wie er fährt. Versuche die Kurven auch so zu fahren. Es wird etwas dauern bis du das sauber hinbekommst, lasse dich also nicht von Drehern oder ähnlichen Dingen entmutigen, das ist am Anfang normal und wird dir auch später immer mal wieder passieren. Und lasse dich in den Pausen auf die üblichen Fachsimpeleien bei Apfelschorle und koffeinhaltiger Brause ein. Die meisten Fahrer sind da sehr hilfsbereit und geben gern den einen oder anderen Hinweis wie man wo fahren sollte. Oft enden die ersten Versuche dann wieder mit Drehern oder Besuchen in den Reifenstapeln, aber nun "erfährt" man sich Stück für Stück seine Strecke und wird dann auch relativ schnell feststellen dass die Rundenzeiten sinken. Und sobald man einen bestimmten Punkt erreicht hat fallen auch die Überrundungen weg was sich nochmal positiv auf dem Zeitkonto bemerkbar macht.

Eine Kurve die stärkeres Abbremsen erfordert macht meist auch größere Lenkbewegungen nötig. Man kann natürlich versuchen in einem sauberen Bogen um die Kurve zu fahren, besser ist es aber das Abbremsen mit einer stärkeren Lenkbewegung zu verbinden. Dieses Einlenken kann noch während der Abbremsphase stattfinden oder auch daran anschließen. Die zweite Variante ist leichter zu handhaben kostet aber ein wenig Zeit. Sobald man sich jetzt dem Scheitelpunkt der Kurve nähert zielt man mit seinem Kart auf einen Punkt auf der gegenüberliegenden Bande und tritt das rechte Pedal durch. Man gewinnt so schon wieder an Speed und durch den Zug lasst sich das Kart in einer sanften Kurve an der Bande entlang lenken. Also: Erst stark einschlagen und dann sanft auslaufen lassen.

Sehr wichtig ist hierbei sich an den berühmten "Bremspunkt" heranzuarbeiten (auch hier hilft abkucken).
Wer spät bremst ist zwar länger schnell, verliert in der Regel aber trotzdem viel Zeit.
Wenn man später vom Gas geht fährt man Erstens einen weiteren Bogen fährt (verschenkt also wertvolle Metert) und Zweitens kommt man dabei auf den schmutzigen Teil der Strecke, was den Grip deutlich reduziert.

Hier ein paar mögliche Linien:

  • Wer zu spät bremst kann nicht an der Innenbande langfahren, verliert Zeit und öffnet seinen Gegnern die Tür zum Überholen. (Siehe Linie 1)
  • Wer zu weit innen fährt muss sehr stark abbremsen und verliert Zeit (Linie 2)
  • Wer zu früh bremst und einlenkt kann nicht so scharf einschlagen weil die Innenbande im Weg ist. Er fährt daher "seine Kurve" erst hinter der eigentlichen Kurve, er "zielt" in die falsche Richtung und muss am Ende der Kurve scharf einlenken, vielleicht sogar bremsen. Er verliert Zeit. (Linie 3)
  • Wer an der richtigen Stelle bremst und scharf einlenkt kann direkt an der Bande langfahren und "zielt" mit dem Kart am Scheitelpunkt der Kurve schon in die nächste Grade. Er kann mit Vollgas aus der Kurve herausbeschleunigen (Linie 4)

 

Kurvenlinien

Natürlich ist das nur eine Richtschnur. Kommt nach einer Linkskurve gleich wieder eine nach rechts macht es keinen Sinn am Ausgang der ersten Kurve an der Außenbande zu sein weil dies ja für die folgende Kurve die Innenbande ist, man also auf Linie 1 landen würde. Und aus diesem Grund muss man sich die Idealllinie auf jeder Strecke neu "erfahren". Man muss einfach wissen ob es besser ist vielleicht die eine Ecke etwas langsamer anzufahren damit man für die Folgende besser aufgestellt ist. Wer eine Strecke so "lesen" kann - oder einfach nur gut im Abkucken ist - kann pro Runde schon das eine oder andere Zehntel gewinnen.

Wie man uns damals schon bei "Der 7. Sinn" beigebracht hat:

"Erst denken, dann lenken!"

Daher noch ein paar weitere Infos bevor die Raserei losgeht.

Pedale

Karts werden in der Regel nicht geschaltet, man hat also nur links die Bremse und rechts das Gas. Gas ist relativ einfach: Ziegelstein rauf und los. Gut, in den Kurven kommt das nicht immer so gut, aber...
... an die Bremse und den linken Fuß muss sich der eine oder andere noch gewöhnen. Man kann ja spaßeshalber auf einer leeren Straße mal das Auto mit links bremsen ;-) In der Regel kommt man da deutlich schneller zum Stehen als man erwartet hat. Bei den meisten Karts kann man Gas und Bremse gleichzeitig treten (sehen die Betreiber der Bahnen nicht wirklich gern), man braucht also nicht vom Gas gehen wenn man vor einer Kurve kurz abbremsen muss.

Größere Fahrer sollten immer auf den linken Fuß achten. Da man die Beine eh wie eine Ziehharmonika aufgefaltet hat passiert es einem am Anfang gern einmal das man den Fuß nicht ganz wieder hochnimmt, der Wagen also immer noch minimal gebremst wird.

Das Einsteigen

Beim Einsteigen bitte nicht auf die Stangen vorn vor der Sitzschale treten. Wenn die brechen ist deine Fahrt mit diesem Kart zu Ende und wenn sie verbiegen... dazu gleich mehr. Achte darauf dass du guten Halt in der Sitzschale hast und Pedale und Lenkrad noch erreichen kannst. Für die "Kleineren" gibt es verschiedene Polster und Einlagen.
Die Karts einer Bahn sollten zwar weitgehend identisch sein, sind sie aber nicht. Wenn also die Sitzschale so eng ist dass der Hintern freischwebt: Kart wechseln. Ein Fahren ist so nicht möglich.

Als Richtschnur gilt: Du solltest fest aber bequem in der Sitzschale sitzen, also weder hin-und-her rutschen noch Atembeschwerden bekommen, und sowohl Arme als auch Beine sollten Lenkrad und Pedale problemlos erreichen.

Und mit problemlos meine ich nicht grade so eben, sondern das die Beine auch bei durchgetretenem Pedal immer noch zumindest leicht angewinkelt sind und das Lenkrad gut im Griff liegt. Hierfür gibt es gleich zwei Gründe: Erstens kann ich nur dann schnell fahren wenn ich das Gaspedal auch ganz durchtreten kann (Selbstgänger, ich weiß, aber...), Zweitens neigen komplett gestreckte Beine bei einem frontalem Einschlag in die Bande oder ein anderes Kart dazu an ihrer Sollbruchstelle nachzugeben. Und ich hab mir sagen lassen, das OPs am Knie eher weniger Spaß machen.

Und wo wir grade beim Einsteigen sind: Ausgestiegen wird NUR in der Box oder nach Anweisung durch das Streckenpersonal! Selbst wenn du dein Kart komplett schrottest und die Räder solo über die Strecke rollen bleibst du im Kart sitzen!

Es ist deine ganz persönliche Burg!

Ansonsten besteht die Gefahr das dich ein nachfolgender Fahrer umfährt und selbst wenn er dir dabei nicht die Beine bricht wird es ganz bestimmt weh tun...

Auch im Kart ist so etwas nicht angenehm und geht meist nicht ohne Prellungen und ähnliche Gemeinheiten ab, aber hier habt ihr zumindest einen gewissen Schutz.

Los geht''s! Gib einfach Gas! Ähhh... oder doch nicht. Beachte zwei Dinge: Die Formel 1 und die Aussage das Kart nicht gleich Kart ist.

Das Gummi

Kommen wir erst zur Formel 1. Hast du dich auch über den Aufwand gewundert den die immer mit den Reifen treiben? Decken mit Heizung? Das Geschlenker am Anfang oder wenn das Safety Car draußen war? Das Gerede von " Er hat neue Reifen die er erst auf Temperatur bringen muss"?

Spätestens in der ersten oder zweiten Kurve, wenn dir dein Kart unter dem A**** wegrutscht, wirst du wissen worum es da geht. Kalte Reifen haben null Grip (Haftung), mit ein wenig Pech wird schon das Beschleunigen auf der Graden zur Wackelpartie, spätestens beim Anbremsen oder Einlenken wird man sich aber in den ersten Runden Stützräder wünschen. Je nach Temperatur der Bahn, deiner Geschwindigkeit und dem Verschmutzungsgrad der Bahn wirst du schon nach zwei bis drei Runden eine Änderung feststellen, ein paar Runden weiter fährt das Kart dann so wie es soll (oder will, je nach Pflege).

Als ich meinen "Nicker" auf die Reifenstapel hingezaubert habe war ich zwar nicht mit Vollspeed unterwegs und ich bin auch nicht so hart in die Kurve gegangen wie sonst, es war aber Winter, die Reifen noch kalt da ich erst in der zweiten Runde war und vorher keiner mit dem Kart gefahren ist. Und die Bahn war "schmutzig" weil vorher Enduros dort ihre Kreise gezogen haben die natürlich ganz andere Linien fahren. Die Kiste marschierte einfach ungebremst über das rechte Vorderrad weg und rutschte in die Bande. Lenkwirkung habe ich da auch keine gespürt.

Ein Kart ist auch nur ein Mensch...

Und damit zum zweiten Punkt. Die Karts sehen zwar gleich aus und sollten eigentlich auch gleich sein, aber das Leben ist halt kein Ponyhof. Ist derjenige der vor dir in dem Kart saß beim Ein- oder Aussteigen mit seinen Quadratlatschen auf die oben erwähnten Stangen getrampelt kann es dir passieren dass dein Kart Rechts- oder Linkskurven wie von selbst fährt, Graden schon Arbeit bedeuten und wenn du mal in die andere Richtung lenken musst (keine Angst, das kommt bestimmt) Zaubertricks notwendig sind. Schön ist es auch wenn solche eine Stange dann beim scharfen Einlenken soweit hoch kommt dass sie dir den Fuß vom Pedal schiebt. So fehlt einem nicht nur Speed auf der folgenden Strecke, sondern auch die Stabilität die der Druck aufs Gaspedal am Ausgang der Kurve herstellt. Diese Stangen sind nämlich das Lenkgestänge.

Einige Karts sind einfach schneller als andere, genauso wie einige Karts bei jeder Kurve ausreißen als wären sie auf Eis (egal wie lange man sie warm gefahren hat) und andere wie auf Schienen herumfahren. Bei einigen muss man die Bremse nur kurz antippen, andere haben auch bei Berührung mit dem Bodenblech nur minimale bis keine Bremswirkung. Und hier ist jede erdenkliche Kombination möglich. Im Einzelrennen mag man dann mit einer Krücke geschlagen sein die sich auch mit Schieben und Drängeln nicht bewegt, da die Karts aber immer wieder gewechselt werden kommen auch andere mal in den "Genuss".

Mein Tipp:
Mach dich mit dem Kart vertraut!
Sobald die Reifen sich mit dir unterhalten gib Gas! Und dann schau einfach was passiert wenn du auf die Bremse trittst oder am Lenker drehst. Sicherheitshalber sollte dabei erst einmal nicht der angenommene ideale Bremspunkt gewählt werden sondern ein Stück weiter vorn da man sonst recht schnell Bekanntschaft mit Michelin, Goodyear und Konsorten macht.

Du bist nicht allein

Und ganz wichtig: Achte auf deine Mitstreiter! Am Anfang ist man damit oft noch überfordert, man möchte nur selbst heil um die Kurve kommen, und auch wenn man schon Erfahrung hat kann es im Zweikampf passieren das man gar nicht mitbekommt, dass man mit dem anderen Fahrer nicht mehr allein ist. Daher immer auf die Flaggen achten.

In der Regel werden die erfahrenen Fahrer Rücksicht nehmen (Ausnahmen bestätigen die Regel!) und euch ausweichen, das sollte man ihnen aber auch ermöglichen und nicht genau in der Mitte der Bahn fahren oder wild hin und herfahren weil man nicht weiß, wo der hinter einem vorbeifahren will. Der kriegt das schon hin ;-). Wenn du also merkst das da was Schnelles von hinten kommt hier zwei, drei Regeln:
1. Du bestimmst wann überholt wird, gib also ein deutliches Zeichen das du Platz machst.
2. Bleibe außen. In der Regel ist dies rechts. Der schnellere Fahrer kann dann innen an dir vorbei stechen. Warum außen? Ganz einfach: Bleibst du innen muss zum Überholen eine weitere Strecke gefahren werden, es dauert also länger. Grade auf engen Indoor-Bahnen kommt man damit meist schon in die nächste Kurve und dann wird es für beide sehr eng.
3. Such dir wenn möglich eine Kurve aus in der du ein wenig Platz hast. Zeige vorher an dass du Platz machst und fahre die Kurve so "wie sonst", lege nur deinen Brems- und Einlenkpunkt ein, zwei Meter weiter nach hinten (Achtung, du kommst damit von der Ideallinie und es könnte rutschiger sein). Mit ein wenig Übung kannst du den anderen in der Kurve vorbeilassen und direkt hinter ihm einscheren ohne selbst Speed zu verlieren und dich eine Zeit lang ziehen lassen.
4. Bremse NIE ab um dich überholen zu lassen! Der schnellere Fahrer klebt meist direkt an deinem Auspuff, wenn du bremst knallt es.

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